Meine Reise durch die Sahara.

 

 

1999 auf 2000 Millennium-Tour (Sahara / Tunisie)
Endlich geschaft , auch ich habe , trotz erheblicher Befürchtungen wegen des Andranges auf die Fähre , für mein Jeep ein Platz auf der Fähre bekommen , was auch nicht ungewöhnlich , denn die Plätze für unsere Gruppe waren doch längst reserviet , jegliche Panik fällt von mir ab .
Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht vorherzusehen , was uns auf hoher See erwartet. Im hafen von Genuna liegt die Fähre ganz ruhig auf dem Wasser . Doch kaum haben wir den Schutz des Hafens verlassen , fängt unsere Fähre an zu schlingern.
                   
 
Die meisten Fahrzeuge unsere aus 14 Wages bestehenden Gruppe sind mit einem Dachzelt ausgerüstet.
Walter (Veranstalter) holt seine Gitarre hervor , er ruft die Kinder zusammen und singt mit Ihnen das Lied von der Mickey Maus.
Und jeden Morgen ertönt um ca. 7,30 Uhr der vereinbarte Weckruf .
 
Mein Jeep ist von 1996 , hat 115 PS ,
 
                                               Hier nun mal ein richtiger Reisebericht vom meiner Saharatour.
 

Tunisie Millennium 2000

 

Am 25.12.1999 traf sich morgens eine Gruppe
von 14 Geländewagen aus Deutschland

 

und Österreich im Hafen von Genua zur Tunesientour Tunisie Millennium 2000 , von GLOBALREISEN veranstaltet, und in höchster Erwartung ob die Abenteuerreise auch das hält was das Prospekt verspricht.

Nachdem einige Fahrzeuge erst verspätet am Hafen ankamen war die Hektik entsprechend groß, vor allem wenn man sah wie viele Fahrzeuge auf die Fähre wollten. Erstmalig durften keine Busse oder LKW mit  auch unser Versorgungszug 8x8 und 6x6 mit Anhänger von Pit Frey - Off Road Catering Tours-  mußte von uns getrennt über Marsaille fahren . Die Fahrzeuge wurden in 4 Etagen zentimetergenau im Bauch des Schiffes verstaut und die Erleichterung war deutlich zu spüren als unsere Gruppe komplett auf der - Habib -  deren letzte Fahrt es nach über 20 jährigem Einsatz sein sollte-  verzurrt war.

Im Hafen war noch nicht zu merken was uns später auf offener See erwarten würde. Unmittelbar nach dem wir alle unsere Kabinen 2-Bett-Belegung wie gebucht bezogen hatten versammelten wir zum Mittagessen im Bordrestaurant zur offiziellen Begrüßung und zum Kennenlernen. Für unsere Geburtstagskinder gab es kleine Geschenke. Nach einer unruhigen Fahrt bei Windstärke bis 12 fehlten ca. 40% der Gruppe beim Abendessen  und beim Frühstück.

                        

Erschöpft von den Strapazen gingen die meisten frühzeitig zu Bett.  Ein paar genehmigten sich noch einen kleinen Nachttrunk an der Bar und spekulierten was wohl so in Tunesien auf sie zukommen würde.

Die Verpflegung an Bord war sehr gut, und mit einem Zusatzmenü und einigen Stunden Verspätung liefen wir in Tunis im Hafen  La Goulette  abends ein. Die Zollformalitäten haben wir relativ schnell und ohne große Schikanen abgehandelt, es dauerte ca. 1 Std. bis sich die gesamte Gruppe hinter der Hafenausfahrt wieder versammelt hatte.

                                            

Es war bereits dunkel als wir das ca. 100 km entfernte Camp am Meer erreichten, wo uns Pit und seine Küchenbande und seine sechsköpfige Crew  bereits mit einem sensationellen Abendessen erwarteten. In unserem großen Zelt waren wir von dem kalten Wind geschützt, es war bei 3-5° jedoch sehr frisch. Trotz unangenehmer Kälte holt Walter (Verantahlter) die Gitarre heraus und spielte  für die Kinder den lustigen Song von der Micky Mouse. Natürlich hatte er auch etwas für die Erwachsenen in seien Repertoire. So gegen Mitternacht waren alle in Ihren Dachzelten und Zelten verschwunden und freuten sich auf das bevorstehenden Abenteuer.

                                            

Durch eine Mischung aus Geräuschen von Meeresbrandung und Dieselbrummen des Stromaggregates wurden wir geweckt und als der Song  Under the boardwalk über dem Camp zu hören war wußten alle jetzt gibt es Frühstück  wie versprochen erstklassig, reichhaltig und vom Feinsten . Übrigens der Song läuft in verschiedene Versionen solange es Frühstück gibt, wer nicht in dieser Stunde kommt hat einfach Pech gehabt.

                                              

Gestartet sind wir am nächsten Morgen  27.12.  so gegen 9.30 Uhr.  Zuerst fuhren wir durch ein feuchtes Seengebiet, dann ca. 30km am Strand entlang wo für viele die erste Begegnung mit dem Sand und somit auch zum Griff zur Schaufel führte. Luft wurde abgelassen, aber trotzdem wurde mit vereinten Kräften geschoben, geborgen und geschaufelt. Schnell hat sich die Gruppe an den neuen Untergrund gewohnt und wir kamen zügig nach  El Jem um das gut erhaltene Kolosseum zu besichtigen. Zeit für kleinere Einkäufe - dann über Teerstraße zum nächsten Camp. Wir erreichten rechtzeitig das Lager so daß noch genügend Zeit blieb die Dachzelte bei Tageslicht aufzuschlagen.

Lobend ist hier schon der Service von Pit Frey Off Road Catering Tours  zu erwähnen. Vorweg sei gesagt:  Jeden Abend 5 Gänge - Jeden Tag 1 Lunchpaket mit 2 Getränkedosen ohne Alkohol  -Jeden Morgen - Frühstück vom Feinsten wie auch z.B. frische Weißwürste mit frisch gebackenen Brezeln und süßem Senf .

                                              

Am 28.12. ging es zunächst über Teerstraße, dann über 40km Pisten weiter Richtung  Douz wo wir das nächste Camp aufschlugen. Kurz vor Douz beginnt die eigentliche Wüstenlandschaft wo am späten Nachmittag für ca. 2 Stunden Training im lockeren Sand fahren angesagt war. Zuerst drehten die Veranstalter ein paar Runden um allen zu zeigen das man da wirklich fahren kann und so nach und nach spielten alle Geländewagen im Sand. Obwohl der Sand zu dieser Jahreszeit eher hart ist, mußte doch der eine zur Sandschaufel, der andere zum Bergegurt greifen. Letztendlich eine gelungene Aktion die viel Spaß gemacht hat und ein bischen die Angst vor dem Sand genommen hatte es sollte ja noch viel abenteuerlicher kommen.

Am 29.12. hatten wir morgens keine Eile, wir hatten uns auf einen ausgiebigen Brunch geeinigt und wollten gegen 13.00 zu unserer eigentlichen Wüstendurchquerung aufbrechen. Die Fahrzeuge und Reservekanister wurden vollgetankt, der Wasservorrat aufgefüllt und das notwendigste an Lebensmittel für die ganze Truppe auf die verschiedene Teilnehmerfahrzeuge verteilt. Wir mußten jetzt 2 Tage ohne unsere mobile Küche auskommen. Das Abenteuer nahm seinen Lauf.

                                                  

Mit GPS-Navigation gut ausgerüstet und allen wichtigen Wegdaten im Speicher fuhren wir zuerst auf Piste Richtung Sand. Plötzlich war die Piste verweht einfach weg  wir navigierten uns nun durch den unendlichen Sand, meisterten Düne um Düne. Die Zeit verging sehr rasch und so schlugen wir inmitten dieses wunderschönen Dünengebietes unser Nachtlager auf. Wir saßen bei einem romantischen großen Lagerfeuer bis früh in den Morgen bei Bier und  Boucha tunesischer Feigenschnaps .

                                             

Am 30.12. ging es weiter zuerst durch den endlosen Sand, dann wieder auf einer Piste plötzlich war auch diese wie vom Erdboden verschwunden. Wieder fuhren wir nach GPS, diesmal Richtung der Oase  Ksar Ghilane ca. 10km offenes Dünengebiet.  Als ein Sandsturm alle Beteiligten überraschte und einige währen des Sturmes aussteigen mußten um ihr Fahrzeug wieder flott zu machen  kam etwas Panikstimmung auf. Aber mit vereinten Kräften - alles halb so wild, erreichen wir bei Dämmerung die Oase. Durch die Anstrengung des Tages war an ein Baden in der 36° heißen Quelle an diesem Abend nicht zu denken Morgen ist ja auch noch ein Tag.

                                               

Ca. 30km südlich der Oase liegt unser nächstes Camp, wir navigieren uns im Dunklen ca. 3 Stunden durch ein kniehohes Sträuchergebiet das ewige schaukeln durch die kleine Buckel nagt an den Nerven endlich gegen 21.00 sind wir da. Die letzte Stunde hat uns ein aufgestellter Lichtmast im Lager den Weg geleuchtet. Die Küchenband gibt wirklich ihr Bestes, alle sind in guter Stimmung und lassen sich das Essen schmecken. In dieser Nacht sinken die Temperaturen auf 1° , es ist kalt.

                                           

Am 31.12. wird erstmal ausgeschlafen, dann steht der Tag zur freien Verfügung. Währen die einen ein heißes Bad in der Quelle bevorzugen , wurde von Bernd Weckel erstmal der 8x8 Küchentruck repariert. Ich glaube er benutzt die Worte: "Ich kann doch nicht verantworten das dieser erstklassige Versorgungszug hierbleiben muß ohne den fahr ich nicht weiter".

                                                                        

Wobei festgehalten werden muß das nach erfolgreicher Reparatur Pit zu Bernd sagte: Solange du auf mich starst brauchst du keinen Geldbeutel mehr So gut - Ein Leck in der Motorversorgung mußte repariert werden. Unter diesen Bedingungen ist improvisieren angesagt, Dichtungen aus fremden Materialien wurden gefertigt wahrscheinlich wieder so ein  endgültiges Provisorium .

                                              

Am Abend werden wir mit einer schön dekorierten Tafel empfangen und sind auf das Galadinner gespannt.  Lachs und Shrimps als Vorspeise. Schinkenbraten und Lachslasagne als Hauptgang, deutsches Vanilleeis mit Pfefferkirschsoße krönt nur einen Teil des Nachtisches sowie frische exotische Früchte. Ein Mahl der Extraklasse mitten in den Dünen der Sahara. Den Jahreswechsel feiern wir mit Feuerwerk und Champagner. In dieser Nacht sanken die Temperaturen auf untypische -8° und am nächsten Morgen überraschten uns überfrorene Sanddünen die in der aufgehenden Sonne funkelten.

                                                

Den 1.1.2000 nutzten wir wieder zur freien Verfügung sonnen, relaxen und reparieren.

Am 2.1. starteten wir sehr zeitig, es wird eine lang Fahrt über  Chenini nach  Matmata . Zuerst mußten wir über eine Wellblechpiste nach Tataouine  die Fahrzeuge neu betanken. Dann aber geht es über die wunderschönen Berge nach Matmata zu unserer ersten Hotelübernachtung in das berühmten Höhlenhotel  Sidi Dris bekannt aus dem Film Krieg der Sterne . Das Hotel, mit einfachsten sanitären Anlagen ausgestattet, ist für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig aber mit guter Verpflegung. Die Zimmer waren unbeheizt aber durch die Bauart war es nicht kalt.

Am 3.1. fahren wir nach dem einfachen Frühstück dünner Kaffee und Quittenmarmelade auf der Teerstraße wieder nach Douz zum Einkaufen und Bummeln. Mittag geht es weiter nach El Faoar  wo wir nach Sandrosen suchen wollten. Leider haben wir die Route etwas verfehlt. Als wir uns neu orientiert hatten war es schon zu spät die 30km noch durch die Dünen zu fahren , dies wird wohl für die nächste Tour vorenthalten bleiben. Wieder schlagen wir in den Dünen ein Camp auf, sitzen gemütlich im Zelt . Wir singen, plaudern, trinken und machen vor dem Zelt Lagerfeuer. Der Sternenhimmel verzaubert unsere Sinne eigentlich wollen wir nicht nach Hause, befinden uns aber schon auf dem Rückweg. In unserer Gruppe sind mehrere Leute erkältet, die Erkältung verbreitet sich untereinander sehr rasch. Es sieht so aus als wenn  Ratio-pharm  diesmal die Tour sponsern würde.

                                                           Gudrun & Nadine meine beiden Beifahrerin, damit ich nicht immer so alleine fahren musste , nochmals danke dafür !!!

Am 4.1. brechen wir wieder etwas früher auf, wir wollen durch den  Chott el Jerid  fahren, ein zum Teil ausgetrockneter Salzsee der seine Tücken hat. Der lehmige Untergrund der durch die heiße Sonne tagsüber an oberster Schicht angetrocknet ist rät nicht zu Extratouren. Wer sich da eingräbt hat echt zu kämpfen sich freizuschaufeln, da sich der Lehm bei jedem Spatenstich nicht von der Schaufel läst, sondern mit den Händen heruntergekratzt werden muß.

Zum Nachmittag haben wir das schöne Hotel  La Rose  in Nefta für unsere zweite Hotelübernachtung erreicht, ein Hotel 4* der Extraklasse  beheizte Zimmer .
Leider ist das Wasser im Pool etwas kalt, aber die Hartgesottenen unter uns haben trotzdem Ihren Spaß . Am 5.1. fahren wir in einer kleineren Gruppe weiter durch die Berge nach  Sbeitla , der andere Teil hat Probleme mit den Fahrzeugen bekommen und fährt auf der Teerstraße zu unserem letzten Hotel auf dieser Tour. Zuerst befahren wir ein ausgetrocknetes Flußbett, durchqueren dann eine ausgetrocknete Staustufe und einen steilen steinigen Gebirgszug. Landschaftlich ist es einfach toll und das Wetter bleibt uns wieder treu. Jeden Tag genug Sonne nur Nachts sehr kalt.

In dem Hotel mit beheizten Zimmern und guter Küche probieren wir die noch vorher von Walter gepflückten Kakteenfrüchte und bleiben sitzen bis 3.00 morgens. Die Bar hat lange schon geschlossen wir trinken was wir in unseren Autos und Taschen an Bier und Alkohol noch finden.

Am 6.1. fahren wir auf der Teerstraße nach Kairouan  und besichtigen den Markt, bestaunen ein Kamel das im 1.Stock im Kreis läuft und Wasser aus einem tiefen Brunnen pumpt. Einige von uns wollen auch die Moschee besuchen  mit Führer , landen aber in einem Teppichgeschäft.

Am Nachmittag fahren wir wieder an das Meer 1.Camp  wo wir gestartet sind. Hier wartet Pit wieder mit seiner Küchenbande deren Motto ohne Mampf kein Kampf, heute vielversprechendes kocht. Es gibt für jeden ein 300g Angussteak welches vor den Augen aller in einer riesigen Pfanne im Zelt gebraten wird. Wir lassen uns auch das Bier vom Faß natürlich mit Durchlaufkühler und den Wein noch einmal so richtig schmecken und sind etwas traurig denn morgen geht es wieder auf die Fähre.

Am morgen des 7.1. hören wir vorerst zum letzten mal zum Frühstück den Song  Under the boardwalk  . Wir packen unsere sieben Sachen und fahren zurück nach Tunis zum Hafen. Dort erwartet uns bereits das neue Schiff  Chartage welches uns gut nach Genua zurück bringt.  Es heißt Abschied nehmen, erst an der Bar, dann im Hafen  wir waren wirklich eine tolle Gruppe. 

Ein besonderes Dankeschön geht an Pit Frey und seine Küchenbande ,       

                                                                    

Off Road Catering Tours & Global Off-Road Abenteuer ( http://www.offroad4you.de )

                                         sollte sich jeder gut merken !




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